Rheintal bei Rüdesheim
Wald

Bild Zerweck

Tag 3 Etappe 3 Jahr 2018 Kloster Eberbach - Rüdesheim  28.04.2018

 

Für die Etappe 3 suchte ich wieder eine schönes Wochenende mit viel Sonnenschein heraus. Es war eine Fifty Fifty Kalkulation, die ich mit der Hilfe der Webseite www.Wetter.com geplant habe.
Nichts geht über einen schönen Wandertag um die Natur zu sehen und die Psyche aufzutanken.
Wandern ist ein Glücklich-Macher, es fließen Endorphine auch Botenstoffe genannt. Das entspannt und baut Dich mental wieder auf. Wenn man über ein verlängertes Wochenende wandern will, so sollte man sich hinsetzen und eine kleine Planung machen. Wie will ich meine Tagesziele erreichen, Route planen.
Was brauche ich an Nahrungsmittel, Übernachtungsmöglichkeiten ausloten und gegeben falls Zelt mit einplanen. Notfall-Handy und Ladehilfsmittel, erste Hilfe Set einplanen. Grundsatz nicht zu viel Gepäck im Rucksack mitschleppen.
Ich habe als ich Anfänger war den gleichen Fehler begangen. Die Fase zum Dazulernen hört nicht auf und es kann nur besser werden. Man Lernt schnell seine eigenen Fehler zu kompensieren.
Ich habe mir immer Gedanken vor dem Wandern gemacht und später die neuen Ideen zum Gepäck und Ausrüstung umgesetzt.

Um 10:00 Uhr bin ich in Kiedrich (Hessen) angekommen. Jetzt mußte ich erst mal meine Vorräte einkaufen. Da ich alles Zuhause gelassen habe um Gewicht zu sparen. Ich bin froh, das ich beim letzten Trip durch Kiedrich kam. Ich hatte 1 Stunde Aufenthalt eingeplant. Ich brauchte nur Essen und Getränke kaufen. Um 11:00 Uhr ging der Bus nach Kloster Eberbach. Die Bushaltestelle ist ca. 60 Meter die Straße rauf. Das Wetter ist phänomenal und Warm zu gleich.
Wer sich für Geschichte interessiert Kiedrich hatte eine schwarze Seite, beigebracht durch den 2 Weltkrieg. Dort gab es eine Psychiatrie in mitten von Kiedrich. Heute gibt es auch eine Psychiatrie mit Pferdehof, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
11:20 Uhr stieg ich in Kloster Eberbach aus. Kloster Eberbach ist Heute nicht mehr in Betrieb. Aber für den Fremdenverkehr geöffnet. Es gibt da eine Pforte, wo man Eintrittskarten kaufen kann. Man sollte sich aber vorher Informieren, im Internet. Kloster Eberbach hat eine kleine berühmte Vergangenheit. Sie diente im Innern als Filmkulisse für den berühmten Film “ Der Name der Rose” mit  Sean Connery in der Hauptrolle.
 
In der Vergangenheit habe ich einen Zeltplatz übersehen, der in keinem Wanderführer vermerkt ist. Außer in einer Wanderkarte (Rheinsteig®2 Lahnstein - Wiesbaden von Leporello), die den Verlauf des Rheinsteiges aufzeichnet. Es führt an der Bushaltestelle Kloster Eberbach eine Straße leicht schräg rechter Hand, Richtung Gebiet Geisgarten(Entfernung ca 1,2 - 1,5 Km). Dort gibt es auf rechter Hand mehrere Häuser und am Bach eine Zeltmöglichkeit laut Karte. Leider konnte ich diese Zeltgelegenheit nicht überprüfen. Ob es dort eine Gaststätte oder eine Verwaltung gibt ist mir unbekannt.        

   Aufstieg DSCN0018-4
   Bilder  Thomas Zerweck

Nach dem Aussteigen geht es über einen kleinen Weg, dann immer gerade Aufwärts den Hügel hinauf zwischen den Bäumen hindurch. Mehr als 35 Grad Steigung gleich zu Anfang. Oben geht es dann auf einem schmalen Pfad und am Rand des Waldes entlang weiter. Schatten ist hier selten zu haben. Aber die Prise Luft die ich gespürt habe und die Aussicht in das Rheintal über die Rebanlagen ist so genial. Dass entschädigt so manchen Schweißtropfen. Ich genieße die Stille, die Ruhe der Umgebung und das Zwitschern der Vögel. “ Tankstop Natur ” und das Pur. Nach einer halben Stunde komme ich am “ Am Rebhang” vorbei, eine Wochenend Siedlung mit links kleinen Häuschen und rechts kommen dann die großen Häuser. WoW, klein kann man diese Häuser nicht nennen. Aber eine absolute Ruhe und Stille herrscht hier. Entspannung Pur für die Menschen hier.  Unterhalb von dem kleinen Ort gibt es eine kleine Gebietskarte 2 (Roter Punkt) und Parkplatz. Auf der Hauptstraße gegenüber geht es weiter an ein zwei Häuser vorbei in Richtung Wald. Dort komme ich an einem Platz vorbei an dem ein großes Zelt aufgebaut worden ist, mitten im Wald. Wie über all in den kleinen Ortschaften. Es steht der der 1. Mai vor der Haustüre “ Wandertag”. Wenn die Baden Württemberger meinen Sie seien alleine, so kann ich zumindest sagen das stimmt nicht. Die Hessen können es auch ganz schön krachen lassen! Besonders, wenn man einen solchen Aufwand betreibt.

       Gebietskarte Oestrich-Winkel Standort  Roter Punkt  
         2 Bild :  Thomas Zerweck

Ich lasse wieder die menschlichen Gefilde hinter mir und es wird noch ruhiger. Außer der Wind und die Natur begleiten mich auf meinem Weg in Richtung Bonn auf dem Rheinsteig. Ich bin immer wieder fasziniert von den unterschiedlichen Gebieten, die ich durchwandere. Gerade noch Wald und jetzt eine große freie Wiesenfläche mit ein paar Büschen und Hecken. Vorbei an Weiden mit Pferden und schon wird der Feldweg wieder zur Sackgasse. Tja, ein Trampelpfad ist jetzt angesagt. Hier kam mir ein Paar entgegen die nach Karte Smartphone wanderten und mich nach dem Weg fragten. Leider konnte ich Ihnen nur eine Absage in Gebietskenntnissen erteilen. Das schnippische Verhalten seiner Begleiterin blieb mir bis Heute in Erinnerung. Ich lies Sie zurück und ging den Trampelpfad hinunter, unten angekommen bog ich rechts ab und machte eine Pause in einem Wetterschutzhäuschen. Ich hörte noch für ein paar Minuten das zänkische Verhalten des Paares, die den Weg suchten. Ich entsahn mich wieder meines Zieles das noch in weiter Ferne war. Besonders das Tagesziel Rüdesheim am Rhein war noch weit weg.

Auf meinem Wanderweg wird so einiges geboten. Aber die Aussicht in das Rheintal mit den vielen Rebstöcken, unendlich viele Rebstöcke so weit das Auge sieht; Phänomenal! Trotz anstehendem Mai ist es sehr ruhig. Ich komme an einem Modelflughafen vorbei an meinem Wanderweg und unten angekommen am Weg, geht es rechts weiter. Eine kleine Pause tut jetzt gut, denn ich spüre den Kalorienverbrauch in meinen Muskeln. Hier sehe ich wieder einen Menschen beim Aufräumen von Bewirtungsutensilien. Das läßt den Schluß zu, eine größere Gruppe von Menschen ist hier unterwegs. Die Wegführung hat sich ein klein wenig verändert. Vorerst wandere ich durch Weinberge vorbei an der Kühns Mühle und im Gottestal begegne ich einer Gruppe von jungen Menschen, die einen großen Ausflug machen. Ich laufe an Ihnen vorbei, mein Tagesziel im Kopf sagt weiter machen. Endlich kommt Schloss Vollrads in Sicht und an einer überdachten Wetterschutzbank mit Rundumsicht mache ich meine große Rast. Mittag! Genauer 14:00 Uhr. Jetzt bekommt mein Magen eine ausgiebige Mahlzeit mit Brot, 250g Hartwurst und Wasser zu nachspülen. 

Ab und zu laufen mir auch einfache Spaziergänger über den Weg aus der nahen Ortschaft. Keine halbe Stunde ist vergangen, da sehe ich rechts von mir eine große Gruppe Wanderer einen Weg runter laufen. Der aber zum großen Teil verdeckt und uneinsichtig ist aus meiner sitzenden Position auf der Bank. Die Gruppe ist aber ganz schön schnell, ich frage mich ist das etwa eine neue Sportart “ Powerwandern” ??? Etwa so als würde eine Horte Hornissen hinter Ihnen her sein. Die hatten es ziemlich schnell in eine Gaststätte zu kommen und dann weiter den Berg runter, durch die Weinberge. So langsam muß ich aufbrechen da ich noch eine weite Strecke vor mir habe. Mein Weg führt jetzt an Schloss Vollrads vorbei. Im Innenhof gibt es eine Gaststätte für Wanderer und Ausflügler. Eher der gehobenen Klasse mit Gartenlokal.

      Schloss Vollrads     Schloss Vollrads               Bild Thomas Zerweck                                                           Bild Thomas Zerweck

 

            Schloss Vollrads
            Bild Thomas Zerweck

Hektischer Betrieb im Inneren des Schlosses bei der Gaststätte. Mich zieht es aber weiter in Richtung Marienthal. Das Mönchskloster einer der wenigen in Deutschland. Es geht jetzt wieder aufwärts, hinein in ein leichtes Tal auf der Anhöhe ein Ort. Ich bleibe aber im Tal laufe auf einem Feldweg Richtung Wald hinauf. Eine weite Strecke wie es aussieht. Meine Energie ist nicht mehr voll da und mein Wasser in der Flasche schwindet immer schneller. Trotz einteilen und rationieren. Oben angekommen hatte ich zuerst die Meinung es geht auf geteertem Weg weiter. Aber wie immer kommt es jetzt noch gemeiner als ich schon hinter mir hatte. Ein kleiner Trampelpfad führt mich verdeckt durch Gestrüpp und Blätter an einen Hang mit ca. 20% Steigung, aber nach dem Gefühl waren es mehr. Für den Hang brauchte ich nach meinem Gefühl mindestens 20 Minuten. Oben angekommen lag zur Linken ein Waldhotel mit Gartenlokal, aber das hatte schon gerade geschlossen. Na Toll, ich wollte eigentlich meine Wasserreserven ergänzen und mit dem 3/4 Liter komme ich nicht mehr weit. Also weiter durch den Wald und es geht Eben weiter. Eine Erholung für meine Muskeln, die in der letzten Stunde einiges an Arbeit leisten mußten. Immer, wenn ich gerade mich Erholt habe und froh bin, dass es entspannt weiter geht, kommt der große Gong. Schon wieder runter und jetzt kommt es ganz toll. Ich laufe runter und mache eine scharfe Wende und es geht nach oben und den ganzen Hügel rauf. Der eigentlich kein Ende hat. Aus jetziger Sichtweise von meinem Punkt gesehen.

Das ist ein zäher Aufstieg und es gibt oben angekommen einen Preis mit einer Bank zum Ausruhen entgegen zu nehmen. Doch leider steht da ein Schild mit der Aufschrift “ Frisch gestrichen “, LOL.
Das war mir so egal, so Wurst egal! Ich nahm meine Hand und tastete die Oberfläche ab und siehe da Sie klebte nicht. Also Rucksack runter und auf die Bank und Muskeln baumeln lassen zur Erholung.
Ich lies es mir ausgiebige 15 Minuten gut gehen. Und jetzt geht es weit den geschotterten Weg hinunter Richtung Straße laut Plan. Links an einer Einfahrt zu einem Schotterwerk vorbei und dann wieder in den Wald hinein. Und jetzt kommt es wieder einmal ganz gemein und es geht im Dauerzustand Berg ab. Bis auf eine Passage, um auf einen anderen Weg zu kommen. Nur Berg ab bis zum Kloster Marienthal (Hessen).
Dort angekommen mußte ich feststellen, die ansässige Gaststätte ist schon geschlossen. Wieder einmal stand ich da und mußte nachdenken wie es weiter geht. Ich sah aber zum ersten Mal einen Ordensbruder in Kutte.

Also für alle, die Klostergaststätte macht um 16:30 Uhr am Samstag und Sonntag zu. Eine andere Gaststätte gibt es nur noch an einem Tennisplatz weiter oben in Marienthal. Man kommt daran vorbei, wenn man die Hauptstraße nach rechts geht. Ca. 200m zur linken Hand ist die Gaststätte. Leider gibt es in Marienthal kein Einkaufsladen oder Zentrum. Hier ist die Stille und die Ruhe zu finden. Erst in der nächsten Ortschaft Geisenheim gibt es ein Einkaufszentrum an der Hauptstraße. Hierzu muß man mit dem Bus bis zum Bahnhof fahren. Wichtig ist für jeden Fahrgast es gibt keine Bezahlstelle für ein Ticket. Bares Geld ist dort verpönt. Ob der Geldchip auf der Eurokarte funktioniert, wenn er geladen ist kann ich nicht sagen. Also nur eine geladene Geldchipkarte wird akzeptiert auf dieser Linie. Ich konnte so mitfahren und mußte eine Fahrkarte am Bahnhof nachlösen.

Ich mußte 20 Minuten durch die Ortschaft laufen bis ich am Einkaufszentrum Edeka ankam. Drei Flaschen Wasser und zwei Büchsen Warsteiner Bier habe ich gekauft. Dann ging es wieder zurück zum Rheinsteig. Also zum Bahnhof, Fahrkarte kaufen und mit dem Bus wieder Richtung Marienthal (Hessen). Ich habe meinem Leben noch nie gehört wie man auf Linke schimpft. Aber hier ist es Tag täglich der Fall. HI HI. Ich mache mich nach der Busfahrt wieder auf dem Rheinsteig entlang von Marienthal aus am Waldrand entlang auf die letzte Etappe nach Rüdesheim am Rhein.

Jetzt geht es wieder in den Wald und Bergab, nach dem ich eine kurze Zeit eine ebene Strecke gewandert bin. Es sind noch lästige Kilometer bis zum Etappenende. Ich schätze noch zwischen 5 und 7 Km. Ich bin jetzt relativ spät dran um diese Uhrzeit 17:30 Uhr. Zeit vergeht so ziemlich langsam beim Wandern. Auf die Strecke gerechnet ist eine Stunde eine Menge Zeit, aber wir haben es jetzt Abendes. Hier verläuft der Weg zäher und die Zeit verrinnt. Aus dem Wald heraus kommen geht es für mich links an einer Straße entlang. Vorbei an der Nonnenmühle biege ich nach 300m rechts ab. Es geht über den Bach und wieder in den Aufstieg in die Weinberge von Eibingen. Auf diesem Weg komme ich unterhalb der Abtei von St. Hildegard vorbei. Wir haben es schon 19:00 Uhr und der Sonnenuntergang ist in nicht also langer Zeit. Das heißt das ich mir einen Flecken zum Übernachten suchen muß, wo ich mein Zelt aufbauen kann. Da ich aber noch am Aufstieg Richtung St. Hildegard bin habe ich noch keinen Plan wie oder wo. Links im Tal sehe ich den Rhein und Rüdesheim ist zu Teil sichtbar. Es läßt sich gut laufen auf den gepflegten Weinbergwegen. Unterhalb von der Abtei von St. Hildegard überlegte ich mir, wie ich Zeitlich vorankommen würde, wenn ich nach St. Hildegard aufsteigen und den Wanderweg Rheinsteig fortsetzen würde. Mir ging es um die Zeit und in der Dunkelheit zu Wandern birgt Gefahren. Also entschied ich mich für einen kleinen Umweg auf befestigten Wegen Richtung Rüdesheim a. Rhein.

Die Straße bergab kam wie gerufen. Der Wind hat etwas aufgefrischt. Und da sollte ich auch noch einen Übernachtungsplatz finden. So lief ich die Straße ( Hildegardweg) runter, ein ebenes Plätzchen zu finden. Leider geht hier nichts. Bis ich an eine Straßenkreuzung kam, die ich überquerte und dann wieder aufwärts ging. In den Ort Rüdesheim wollte ich nicht reinlaufen. So komme ich nach kurzer Wegstrecke auf den berühmten Zahnradbahnweg. Dieser führt von Rüdesheim bis aus die Aussichtsplattform. Die man heute mit Dank einer Sessellift erreichen kann. Auf diesem Weg stehen auf der linken Seite sogenannte Parkbäume. Es gibt sogar noch eine originale Steinbrücke über die in der Vergangenheit die Zahnradbahn fuhr. Die Rüdesheimer sind sehr geschäftstüchtige Menschen und hatten eine Zahnradbahn zum Aussichtspunkt Niederwalddenkmal gebaut. Sie war von 1884 bis 1939 in Betrieb. Heute existiert die Strecke nur noch als Wanderweg, der Zahnradbahnweg.
Zudem gibt es für die Touristen einen Sessellift, dieser war um die Uhrzeit wo ich ihn gesehen habe, nicht mehr in Betrieb.

                    Zahnradbahn  Informationsschild
                   Bild  Thomas Zerweck

Nach der Steinbrücke, die noch im Original erhalten ist, fand ich auf der linken Seite ein ebenes Plätzchen für mein Zelt. Es nieselte und windete schon das Wetter hatte umgeschlagen. Als es schon dunkel war hatte ich mein Zelt in der Schnelle aufgebaut. Ein Gewitter war auch im Gange. Aber eins war trotzdem eine Wucht, Rüdesheim am Rhein bei Nacht.
Und jetzt alles ins Zelt und schlafen, schlafen.

 

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Waldweg

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